Von der Oberliga ins Oberhaus: Eine Bilanz zum fabelhaften Durchmarsch der VfB Stuttgart Frauen

Von der Oberliga ins Oberhaus: Eine Bilanz zum fabelhaften Durchmarsch der VfB Stuttgart Frauen

Das Frauenteam des VfB Stuttgart spielt in der kommenden Saison erstmalig in der Bundesliga. Ein Erfolg, der von langer Hand geplant war und der in dieser Geschwindigkeit dennoch unglaublich ist. Eine Bilanz.

Aller Anfang im Brustring: Die Premierensaison 2022/23 in der Oberliga

Die ersten VfB Frauen - Quelle: Wikimedia

Vor vier Jahren, in der Saison 2022/23 spielte erstmals ein Frauenteam im Trikot mit dem Brustring. Damals, in der viertklassigen Oberliga Baden-Württemberg, war der spätere Erfolg zwar erhofft, aber noch nicht absehbar. Bis zum 27. Juli gab es eine Interimstrainerin, die auch heute noch die Geschicke der VfB Frauen mitverantwortet, und der der VfB viel zu verdanken hat: Lisa Lang.

In der Vorbereitung auf die erste Saison kämpfte der VfB mit einigen Widrigkeiten: Es galt, viele neue Spielerinnen zu begrüßen und in ein Mannschaftsgefüge zu integrieren, das die sportlichen Ambitionen widerspiegeln sollte, das aber durch die hohe Zahl an Neuzugängen und Abgängen durchaus zerfasert wirkte.

Der VfB kündigte erst zwei Testspiele gegen Hoffenheim und Freiburg an und sagte diese dann beide kurz hintereinander ab, aus „sportlichen Gründen“. In den sozialen Medien war die Rede davon, dass der sportliche Qualitätsunterschied so groß sei, dass ein Spiel wenig sinnvoll gewesen sei.

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Darüber hinaus gab es Unklarheiten bezüglich der Struktur des VfB-Frauenteams: Eingegliedert in den e.V., nutzte der VfB in der Kommunikationsabteilung fleißig die Kapazitäten der AG – zur Frage über eventuelle Ausgleichsleistungen blieb man vage; nur dass zur damaligen Zeit auch Kapazitäten aus dem Staff und den ehemaligen Spielerinnen des VfB Obertürkheim genutzt wurden, erfährt man.

Zu den Neuzugängen sagte Lisa Lang damals:

Die Integration unserer vielen Neuzugänge läuft super, dennoch müssen wir uns als Team erst einmal finden. Aber eins haben alle gemeinsam: Spaß am Frauenfußball beim VfB. Der Stolz und die Neugier, aber auch der Respekt ist bei jedem spürbar. Viele Mädels stehen erstmals in so einem Fokus – vieles ist neu für sie.

Professionelle Strukturen und drei Aufstiege in Folge

Ein Start mit Höhen und Tiefen also. Doch wie beim Herren-Team hat sich in dieser Zeit bei den Frauen viel getan und vieles konnte in professionelle, ruhige Bahnen gelenkt werden.

Es gelangen nach einem schwierigen Jahr in der Oberliga, die man auf Platz zwei abschloss, drei Aufstiege in Folge. Die Frauenabteilung wurde zur Professionalisierung größtenteils in die AG integriert und kann nun sowohl deren personelle als auch monetäre Unterstützung ohne schwierige Konstrukte recht einfach nutzen. Es wurden Sponsoren gesucht und erfolgreich gefunden. Mittlerweile gibt es sogar zwei Offizielle Fanclubs (OFC) der VfB Frauen!

Bundesliga-Gegenwart: Rekordkulisse (und) im GAZi-Stadion auf der Waldau

Der Blick in die Gegenwart zeigt folgendes: Der VfB spielt in der Bundesliga gegen Bayern, Hoffenheim und Freiburg und damit genau die Teams, gegen die man vor vier Jahren noch nicht einmal ein Testspiel wagte. Man spielt voraussichtlich im GAZi-Stadion auf der Waldau und damit in einem der größeren Stadien der ganzen Liga. Der Rekord für die größte Kulisse in der zweiten Liga wurde mit über 30.000 Zuschauerinnen und Zuschauern in der MHP Arena im Spiel gegen Mainz nicht nur eingestellt, sondern deutlich übertroffen.

Das Ziel für die neue Saison: Klassenerhalt trotz stetigem Wandel

Und trotzdem gelten noch viele der früheren Maßgaben: Die VfB Frauen haben – anders als bisher – nächste Saison ein Ziel: in der Liga zu bleiben. Dafür tun sie weiterhin einiges, denn die Zahl der Neuzugänge steigt jede Woche weiter. Dementsprechend gilt trotz aller Erfolge weiterhin: die einzige Konstante bei den VfB Frauen ist, dass immer wieder alles neu ist.

Das Zitat von Lisa Lang von vor vier Jahren aus dem Juli 2022 lässt sich auch heute wieder 1:1 so unterschreiben. Der größere Fokus ist jedenfalls mit dem VfB mitgewachsen.

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